Manuel Slupina

Dipl.-Volkswirt

Forschungsthema

Säkulare Stagnation und ihre ökologischen Folgen

Die zentrale Herausforderung für die früh entwickelten Industriestaaten wird in den nächsten Jahrzehnten sein, ihre Gesellschaften und ihr Wirtschaftssystem auf einen nachhaltigen Pfad lenken. Die Hoffnung, dass technischer Fortschritt mit effizienteren Herstellungsverfahren zu weniger Umwelteinflüssen führt, hat sich bislang nicht erfüllt – trotz teilweiser Entkopplung von Rohstoffverbrauch und Wirtschaftswachstum. Eine Einheit BIP kann zwar heute mit weniger Umwelt- und Naturverbrauch generiert werden als zu früheren Zeiten, aber das Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre hat absolut betrachtet zur mehr Rohstoffkonsum und Umweltschäden geführt.

Doch in den Industrieländern zeichnet sich unabhängig von diesem Trend seit einigen Jahrzehnten eine Wachstumsverlangsamung ab. Einige Länder wie Japan erleben konjunkturbereinigt nahezu ein Nullwachstum. Eine Erklärung für diese Entwicklung liefert die Theorie der säkularen Stagnation. Sie macht strukturelle und unumkehrbare Gründe wie den demografischen Wandel und abnehmende Produktivitätsfortschritte für ein schwindendes Wirtschaftswachstum verantwortlich.

Sollte die Theorie der säkularen Stagnation zutreffen, werden immer mehr früh entwickelte Staaten ein rückläufiges oder gar kein wirtschaftliches Wachstum mehr erleben. Somit stellt sich die Frage, ob die Gleichung „mehr Wirtschaftswachstum = mehr Umweltschäden“ auch mit umgekehrten Vorzeichen funktioniert. Hier zeigt sich noch ein erheblicher Forschungsbedarf. Das Promotionsvorhaben „Säkulare Stagnation und ihre ökologischen Folgen“ widmet sich daher denn folgenden Fragen: Welche ökologischen Folgen hätte ein dauerhaftes Ende des Wirtschaftswachstums in den früh entwickelten Ländern? Kann eine säkulare Stagnation die Industrieländer ihren Klimazielen näherbringen und wenn ja, wie groß wäre die ökologische Dividende, die sich daraus schöpfen ließe?

Keywords

Säkulare Stagnation, Wirtschaftswachstum, Ressourcenverbrauch, Nachhaltigkeit, ökologische Dividende

Betreuung

Erstgutachter: Prof. Dr. Martin Faulstich, TU Clausthal
Zweitgutachter: Prof. Dr. Bruno Oberle, EPF Lausanne
Ort der Promotion: TU Clausthal

Vita

Manuel Slupina, born 1979 in Cologne, has been employed at Berlin Institute since 2011. He holds a diploma in economics. His studies at University of Cologne focused on Economic and Social Geography. At Berlin Institute for Population and Development he is primarily concerned with the challenges triggered by rural exodus and shrinking populations in remote areas as well as by population growth in the attractive metropolises. He heads the department National Demography.

 

CV (Englisch) 

Selected Publications

 

Klingholz, R., Slupina, M. (2017): Is economic growth over? Why state, citizen and business may be facing a new normal. Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung, Berlin.

Dähner, S., Slupina, M., Klingholz, R. (2017). Viele Ziele, wenig Plan. Warum Kommunen und die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie nicht zusammenfinden. Eine Streitschrift. Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung, Berlin.

Klingholz, R., Slupina, M. (2017): Was tun, wenn das Wachstum schwindet. Warum auf Staat, Bürger und Wirtschaft eine neue Normalität zukommen könnte. Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung, Berlin.

Slupina, M., Dähner, S., Maget, K., Klingholz, R. (2017): Globale Ansprüche, lokale Wirklichkeit. Wie unterschiedlich deutsche Kommunen eine nachhaltige Entwicklung umsetzen. Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung, Berlin.

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